Zehntausende chinesische Studierende, Fachkräfte und Familienangehörige leben in Deutschland. Umgekehrt arbeiten viele Deutsche in China oder haben chinesische Ehepartner. Für Visa, Aufenthaltstitel, Eheschließungen, Studienplätze und Arbeitsverträge müssen deshalb regelmäßig chinesische Urkunden ins Deutsche übertragen werden.
Chinesische Dokumente folgen einer eigenen Logik, und deutsche Behörden haben klare Anforderungen. Wer beides kennt, spart Zeit und Nerven. Dieser Leitfaden erklärt, worauf es ankommt.
Notariatsurkunden statt Originalurkunden
Eine Besonderheit des chinesischen Systems: Viele Nachweise, etwa zur Geburt, zum Familienstand oder zu Abschlüssen, werden in Form von Notariatsurkunden ausgestellt. Ein chinesisches Notariat bestätigt die Tatsachen und stellt ein Dokument aus, das oft bereits eine englische Übersetzung enthält. Deutsche Behörden verlangen trotzdem in der Regel eine beglaubigte deutsche Übersetzung durch einen in Deutschland ermächtigten Übersetzer.
Das Hukou-Register
Das Hukou ist das chinesische Haushaltsregister. Es enthält Angaben zu allen Mitgliedern eines Haushalts, zu Geburtsdaten, Familienstand und Wohnort. Ein vergleichbares Dokument gibt es in Deutschland nicht. Bei der Übersetzung müssen die einzelnen Felder korrekt wiedergegeben und gegebenenfalls erläutert werden, damit Standesämter und Ausländerbehörden die Informationen richtig einordnen können.
Apostille seit 2023
China ist dem Haager Apostilleübereinkommen beigetreten. Für viele öffentliche Urkunden aus der Volksrepublik reicht deshalb inzwischen eine Apostille, anstelle der früher aufwendigen Legalisation über die deutsche Botschaft. Das vereinfacht die Verfahren erheblich. Wichtig bleibt die Reihenfolge: zuerst Apostille auf dem Original, dann die Übersetzung des gesamten Dokuments.
Hochschulzeugnisse und Studium
Chinesische Studierende, die in Deutschland studieren oder arbeiten möchten, brauchen Übersetzungen ihrer Abschlusszeugnisse, Studienbücher und Notenübersichten. Auch Nachweise der Akademischen Prüfstelle spielen eine Rolle. Informationen zum Studium in Deutschland und zu den Zulassungsvoraussetzungen bietet der Deutsche Akademische Austauschdienst.
Namen in Pinyin und Schriftzeichen
Chinesische Namen werden in Deutschland in der Regel in Pinyin, der offiziellen Umschrift, wiedergegeben. Maßgeblich ist aber immer die Schreibweise im Reisepass. Gute Übersetzer geben bei Urkunden zusätzlich die chinesischen Schriftzeichen an, damit Namen eindeutig zugeordnet werden können. Das ist besonders wichtig bei häufigen Familiennamen wie Wang, Li oder Zhang.
Typische Dokumente
- Notarielle Geburts- und Familienstandsurkunden
- Heiratsurkunden und Scheidungsurkunden
- Hukou-Auszüge
- Abschlusszeugnisse, Diplome und Notenübersichten
- Führungszeugnisse
- Arbeitsbescheinigungen und Handelsregisterauszüge
Chinesisch auf Deutsch für Unternehmen
Auch Unternehmen benötigen häufig beglaubigte Übersetzungen, etwa Handelsregisterauszüge chinesischer Muttergesellschaften, Vollmachten oder Bankbestätigungen für die Gründung einer deutschen Niederlassung. Ein Übersetzungsbüro Chinesisch Deutsch mit juristischer Erfahrung stellt sicher, dass Firmennamen, Rechtsformen und Registernummern exakt übernommen werden.
Vereinfachte und traditionelle Schrift
Dokumente aus der Volksrepublik China sind in vereinfachten Schriftzeichen verfasst, Unterlagen aus Taiwan und Hongkong dagegen in traditionellen Zeichen. Auch die Verwaltungssysteme unterscheiden sich deutlich. Eine Heiratsurkunde aus Taipeh sieht anders aus als eine aus Peking, und die zuständigen Stellen haben andere Bezeichnungen. Ein erfahrener Übersetzer erkennt diese Unterschiede sofort und überträgt Behördennamen und Fachbegriffe korrekt. Wer Unterlagen aus mehreren Regionen hat, sollte das bei der Anfrage angeben, damit ein Übersetzer mit passender Erfahrung ausgewählt werden kann.
Datumsangaben und Zahlen
Chinesische Dokumente schreiben Daten in der Reihenfolge Jahr, Monat, Tag, oft mit Schriftzeichen statt Ziffern. In älteren oder traditionellen Dokumenten kann zudem der Mondkalender eine Rolle spielen, etwa bei Geburtsdaten älterer Familienmitglieder. Beträge in Verträgen und Bankdokumenten werden manchmal in einer besonderen, fälschungssicheren Zahlschrift angegeben. All das muss präzise und eindeutig ins Deutsche übertragen werden, denn ein falsches Datum kann ein ganzes Verfahren verzögern.
Kosten und Bearbeitungszeit
Standardurkunden wie Geburts- oder Heiratsurkunden werden meist zu Festpreisen übersetzt und sind innerhalb weniger Werktage fertig. Umfangreiche Notenübersichten, Verträge oder Handelsregisterauszüge werden nach Umfang berechnet. Da beglaubigte Übersetzungen im Original per Post verschickt werden, sollten Sie den Versand einplanen, besonders wenn ein Termin bei der Behörde bevorsteht.
Gespräche und Termine
Nicht alles lässt sich schriftlich klären. Bei Terminen in Ausländerbehörden, bei Notaren oder in Verhandlungen sind Dolmetscher gefragt. Heute lässt sich vieles per Ferndolmetschen organisieren, also per Video, was gerade bei kurzfristigen Terminen hilfreich ist.
Ostasien im Blick
Viele Menschen und Unternehmen haben Verbindungen nach mehreren Ländern Ostasiens. Wer neben chinesischen auch koreanische Unterlagen hat, findet mit einem erfahrenen Übersetzer Koreanisch Deutsch beim selben Anbieter eine einheitliche Lösung für alle Dokumente.
Checkliste vor der Bestellung
Klären Sie zuerst mit der empfangenden Behörde, welche Dokumente in welcher Form verlangt werden. Besorgen Sie gegebenenfalls die Apostille in China. Scannen Sie alle Seiten vollständig und gut lesbar ein, auch Rückseiten und Stempel. Legen Sie eine Kopie des Reisepasses bei, damit Namen korrekt übernommen werden. Nennen Sie Ihren Termin, damit die Übersetzung rechtzeitig bei Ihnen ist. Mit dieser Vorbereitung lassen sich die meisten Rückfragen vermeiden.
Den richtigen Übersetzer finden
Achten Sie auf eine gerichtliche Ermächtigung, Erfahrung mit chinesischen Urkunden und klare Kommunikation zu Anforderungen der Behörde. Das Chinesisch-Übersetzungsteam von PoliLingua übersetzt Urkunden, Verträge und Unternehmensdokumente in beide Richtungen, beglaubigt und in vereinfachter oder traditioneller Schrift.
Wer regelmäßig mit chinesischen Dokumenten zu tun hat, etwa als Personalabteilung oder Kanzlei, profitiert von einem festen Ansprechpartner, der Terminologie und Formate bereits kennt.
Fazit
Chinesische Urkunden sind anders aufgebaut als deutsche, aber mit der richtigen Vorbereitung kein Problem. Apostille, korrekte Namensschreibweise und eine beglaubigte Übersetzung sind die Schlüssel zu einem reibungslosen Verfahren.
